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Nach der Wahl zum Kreisvorsitzenden

Sein Weg an die Spitze dauert nur fünf Jahre

Von Schwarzwälder-Bote 06.05.2016
Holz ist sein Element: Andreas Kubesch führt seit kurzer Zeit die Grünen im Kreis Calw. Foto: Kunert Foto: Schwarzwälder-Bote
Holz ist sein „Element“: Andreas Kubesch führt seit kurzer Zeit die Grünen im Kreis Calw. Foto: Kunert Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Axel H. Kunert

Andreas Kubesch heißt der neue Vorsitzende der Partei Die Grünen im Kreis Calw. Anfang April wählten ihn die Mitglieder in einer Kampfabstimmung ins Amt. Doch wer ist dieser Mann eigentlich?

Neubulach/Kreis Calw. Hochgewachsen, kräftig, ein Naturbursche ist Andreas Kubesch. Besucht man ihn in seinem „Büro“, weiß man schnell warum: Sein Brennholz-Betrieb an der Neubulacher Industriestraße ist ein Ein-Mann-Unternehmen, sein Schreibtisch eine robuste Freiluft-Biergarten-Garnitur. Hier „schafft“ Kubesch. Gerne auch mal „bis es wehtut“. Er besitze auch ein bisschen eigenen Wald, den er – na klar – nach ökologischen Grundsätzen zu bewirtschaften versucht.

Aber meist kauft er, der gelernte Forstwirt, sein Holz auf Versteigerungen. Oder direkt bei den Forstämtern. Und macht es in Handarbeit klein. „Eine Muckibude brauche ich sicher nicht“, lacht Kubesch. Er esse aber gerne und viel, da brauche er diesen Workout. „Sonst würde es kein gutes Ende nehmen.“ Das also ist der „Brennholz-Kubesch“. Es gebe auch noch den Solar-Kubesch. Der auf den Dächern des Brennholz-Betriebs und auf mittlerweile sieben weiteren Anlagen Strom aus Sonnenenergie erzeugt. „Ich seh’ mich tatsächlich als grünen Energieversorger.“

„Da waren wir auf einmal Ministerpräsident“

Und es gibt den Steine-Kubesch. Der mit Mineralien, Fossilien und Edelsteinen handelt. Damit habe er sich einst sein Studium an der Fachhochschule Rottenburg finanziert. Bis es zu einem so großen Standbein wurde, dass er als fertiger Diplom-Forstwirt der damals auf einmal nicht mehr selbstverständlichen Übernahme in den Staatsdienst nicht nachtrauern musste. Stattdessen hängte er eine Ausbildung zum Gemmologen, zum Edelstein-Experten, dran. Mittlerweile führe aber seine Frau den Verkaufsladen in Neubulach, er betreue nur noch als Großhändler die Handelskunden.

Macht zusammen drei Firmen, die Andreas Kubesch als Unternehmer betreibt. Wo bleibt da noch Zeit für Parteiarbeit? Wieder lacht Kubesch. „Das ist eher wie Altersteilzeit“, erklärt der 47-Jährige. Der Steinhandel habe seine große Boom-Zeit hinter sich, sein Brennholz-Handel als Ein-Mann-Workout mit rund 1000 Raummetern, die er im Jahr an seine Kunden ausliefere, seine maximale Wachstumsgrenze erreicht. Und der Strom mache ja auch nicht wirklich viel Arbeit. „Daher habe ich Zeit mich zu kümmern.“ Als Grünen-Kubesch.

Heureka-Erlebnis sei die Wahl vom „Ober-Grünen“ Winfried Kretschmann zum Landesvater im Jahr 2011 gewesen. „Da waren wir mit einem Mal Ministerpräsident.“ Da sei er endlich in die Partei eingetreten. Als Grüner habe er sich aber immer gefühlt. Seit der Schulzeit. Seit der Bio-Lehrer ihn an Naturthemen, an Gewässerschutz und die Zusammenhänge in der Natur herangeführt habe. Waldsterben war damals das große Thema. Die Morgendämmerung der Ökobewegung.

„Da waren wir auf einmal Ministerpräsident“

Und es gibt den Steine-Kubesch. Der mit Mineralien, Fossilien und Edelsteinen handelt. Damit habe er sich einst sein Studium an der Fachhochschule Rottenburg finanziert. Bis es zu einem so großen Standbein wurde, dass er als fertiger Diplom-Forstwirt der damals auf einmal nicht mehr selbstverständlichen Übernahme in den Staatsdienst nicht nachtrauern musste. Stattdessen hängte er eine Ausbildung zum Gemmologen, zum Edelstein-Experten, dran. Mittlerweile führe aber seine Frau den Verkaufsladen in Neubulach, er betreue nur noch als Großhändler die Handelskunden.

Macht zusammen drei Firmen, die Andreas Kubesch als Unternehmer betreibt. Wo bleibt da noch Zeit für Parteiarbeit? Wieder lacht Kubesch. „Das ist eher wie Altersteilzeit“, erklärt der 47-Jährige. Der Steinhandel habe seine große Boom-Zeit hinter sich, sein Brennholz-Handel als Ein-Mann-Workout mit rund 1000 Raummetern, die er im Jahr an seine Kunden ausliefere, seine maximale Wachstumsgrenze erreicht. Und der Strom mache ja auch nicht wirklich viel Arbeit. „Daher habe ich Zeit mich zu kümmern.“ Als Grünen-Kubesch.

Heureka-Erlebnis sei die Wahl vom „Ober-Grünen“ Winfried Kretschmann zum Landesvater im Jahr 2011 gewesen. „Da waren wir mit einem Mal Ministerpräsident.“ Da sei er endlich in die Partei eingetreten. Als Grüner habe er sich aber immer gefühlt. Seit der Schulzeit. Seit der Bio-Lehrer ihn an Naturthemen, an Gewässerschutz und die Zusammenhänge in der Natur herangeführt habe. Waldsterben war damals das große Thema. Die Morgendämmerung der Ökobewegung.

Damals, in seinem Heimatort Bad Wildbad, habe er viel an „und in“ der Enz gearbeitet. Nistkästen aufgehängt. Infotafeln aufgestellt. Pfadfinder sei er gewesen, sei früh in BUND und Naturschutzbund eingetreten, habe sich für die – auf der Liste der SPD, weil es die Grünen da nicht gab – als 19-Jähriger für die Wahl zum Gemeinderat aufstellen lassen.

Seine Scholle war und ist der Nordschwarzwald

Der erste, aber nur kurze Ausflug in die Politik. Es folgten der Zivildienst im Naturschutzzentrum in Pforzheim, dann das Studium. Zum Praktikum ging es nach Australien, in den Regen- und einen Eukalyptuswald. Der Blick über den Tellerrand. Aber seine „Scholle“ war und ist der Nordschwarzwald. Hier baute er sich seine Existenz auf. Auch eineinhalb Jahre am Fließband beim Daimler gehören dazu. Weil er den Arbeitsvertrag für einen Kredit zum Hausbau brauchte. Tun, was getan werden muss. Kubesch strahlt nicht nur bei diesem Thema einen ungeheuren, erdigen Pragmatismus aus. Als er als erster der Region – lange vor der staatlichen Förderung – in den Aufbau seiner Solarkraftwerke investierte, brauchte er Dächer. Da er nicht genügend geeignete fand, baute er sie sich ins Neubulacher Industriegebiet. Aber wenn schon Dächer, könnte man die ja auch noch für irgendetwas anderes gebrauchen, was sich „unter“ diesen Dächern abspielte. So kam er zu seinem Brennholzhandel – die Solar-Dächer waren der ideale Witterungsschutz zum Trocknen des Holzes.

Zum Solar-Kubesch gehört, dass er sich anschließend ganz der Öffentlichkeitsarbeit für alternative Energieformen verschrieb. Ehrenamtlich. Einfach, weil es ihm wichtig war. Weil er eine Mission hatte. Und hat. Dass man das bei ihm als „soziale Verantwortung“ interpretieren könnte, erstaunt Kubesch. So habe er das nie gesehen. „Es ging für mich immer nur um Notwendigkeiten.“ Der Pragmatismus eben. Dinge, die getan werden müssen.

Wie eben jetzt die Sache mit dem Kreisvorsitz bei den Grünen. Vorgänger Philipp Jourdan suchte einen Nachfolger. Er war da. Hat die Zeit. Und die Lust das Amt zu führen. Und das Vertrauen der Mehrheit der Mitglieder im Kreisverband, wie die gewonnene Kampfabstimmung zeigt. Was jetzt getan werden muss: Seit dem großen Erfolg bei der Landtagswahl wächst die Zahl der Mitglieder bei den Grünen, auch im Calwer Kreisverband. Erfolg macht sexy. Dieser Trend solle sich möglichst noch beschleunigen – denn „nach der Wahl ist vor der Wahl“.

Kubesch strebt eine größere Präsenz seiner Partei auch in den Gemeinde- und Ortschaftsräten an. Sein eigenes Thema sind natürlich die erneuerbaren Energien, die Land- und Forstwirtschaft. Vielleicht Wirtschaft. Als Mehrfach-Unternehmer. Bei Familie, Bildung müsse er dagegen passen. Was aber kein Problem sei, da es dafür genug Kompetenz anderer im Kreisverband gebe. „Bestimmer“ gebe es bei den Grünen nie, nur „einen meist kreativen Prozess der Meinungsbildung“.

Fünf Jahre vom Eintritt in die Partei bis zum Kreisvorsitz – eigentlich doch eine Blitzkarriere? „Ist das so?“, fragt ein verschmitzt lächelnder Kubesch zurück. Gibt es da noch mehr Ambitionen – für Höheres? Das selbstsichere Lächeln dieses Naturburschen verrät: ja. Aber sagen wird er sybillinisch: „Mal sehen was kommt.“

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