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Presseberichte

Von übertriebener Bürokratie und Nachfrage nach Schaf-Fleisch

Von Bettina Bausch 13.04.2017
Freuen sich über gut funktionierenden landwirtschaftlichen Betrieb: Martin Hahn (von links), Christel Bauer, Harald Bauer, Andreas Kubesch und Sohn Michael Bauer.  Foto: Bausch Foto: Schwarzwälder-Bote

 
Freuen sich über gut funktionierenden landwirtschaftlichen Betrieb: Martin Hahn (von links), Christel Bauer, Harald Bauer, Andreas Kubesch und Sohn Michael Bauer. Foto: Bausch Foto: Schwarzwälder-Bote

 

Gechingen. Wie kann ein kleinerer Bauernhof heute effektiv arbeiten und eine ganze Familie ernähren? Diese Frage beschäftigte eine Abordnung der Grünen, die den Gechinger Hof Bauer im Wiesental besuchte. Neben dem ­Bundestagskandidaten des hiesigen Wahlkreises Andreas Kubesch und dem agrarpolitischen Sprecher der Grünen im Landtag Martin Hahn hatten sich zur Besichtigung des Hofs auch Bürger eingefunden, die in ähnlichen landwirtschaftlichen Verhältnissen leben.

Von besonderem Interesse war für sie, dass Harald Bauers Betrieb auf gleich mehreren Standbeinen steht. Unter anderem hat Bauer – entgegen dem allgemeinen Trend – mehrere Tierarten, aus denen Fleischprodukte hergestellt werden. Neben der Zucht mehrerer Rinderrassen hält die Familie rund 600 Schafe, mit denen sie Naturschutzflächen wie das Simmozheimer Hörnle oder ein Gelände bei der Böblinger Panzerkaserne beweidet. Auch das Futter für die Tiere wird auf 35 Hektar Ackerfläche selbst produziert. „Ich bin mit unserem Einkommen zufrieden“, sagt der gelernte Metzger Bauer.

190 Hektar

Er selbst, seine Frau Christel und seine Tochter Nadine, eine ausgebildete Landwirtin, arbeiten zusammen auf dem Hof. Im Wiesental wird eine stattliche Zahl von unterschiedlichen Rindern gehalten. Durch Weidewirtschaft und Produktion von eigenem Futtergetreide wird der Bedarf für die Tiere selbst erwirtschaftet. Mit den Schafen sind die Familienmitglieder im Frühjahr und im Herbst unterwegs. Neben den Rindern liefert auch die Schafherde wertvolles Fleisch. Bauer ist stolz darauf, dass er mit seiner Herde 190 Hektar bewirtschaftet, darunter 70 Hektar Naturschutzgebiet. „Landwirtschaftspolitik betrifft nicht nur die Bauern, sondern ist immer auch Verbraucherschutz und leistet damit einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz“, hob Kubesch hervor.

Bauer ließ keinen Zweifel daran, dass erfolgreiches Wirtschaften vor allem dann gelingen kann, wenn man möglichst alles selbst macht. Deshalb hat der gelernte Metzger und Tierwirt sein eigenes Schlachthaus.

Das Fleisch seiner selbst gezogenen Rinder und Schafe ist gefragt und wird in der Region bis hin nach Pforzheim verkauft. Nach Schaffleisch bestehe derzeit durch muslimische Flüchtlinge eine besonders hohe Nachfrage, so Bauer.

Er und seine Familie wären überaus zufrieden mit ihrer Situation, wenn da nicht die leidige Bürokratie wäre. „Die ist übertrieben und belastet uns sehr“, kritisiert Bauer. Die Besucher zeigten sich beeindruckt von dem Nischenunternehmen der Familie.